Zweite Missionsreise des Paulus

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Apostel Paulus (Gemälde von Anthonis van Dyck)
um 49 bis 52 nach Christus


MISSION DES PUBLIUS PETRONIUS




Die zweite Missionsreise des Paulus wird in der Bibel beschrieben. Die Reise findet ungefähr in den Jahren 49 bis 52 statt. Ausgangs- und Endpunkt der Reise ist Jerusalem. Die Reise führt durch die Städte in Kleinasien, welche bereits in der ersten Missionsreise besucht worden sind sowie durch weite Teile des heutigen Griechenlands. Route und Dauer sind nicht im Voraus geplant, sondern werden von vielen Ereignissen unterwegs geprägt.

Jerusalem
Paulus und Barnabas werden von der Ältestenschaft in Jerusalem ausgewählt, den Brief mit deren Entscheid zur Unnötigkeit der Beschneidung der Gemeinde in Antiochia bei Pisidien zu überbringen.

Antiochia in Pisidien
Paulus und Barnabas ermuntern die Christen während einiger Tage, bis Paulus den Vorschlag macht, die besuchten Städte der ersten Missionsreise wieder aufzusuchen, um nach dem Wohlergehen der dortigen Christen zu schauen.

Barnabas ist einverstanden, besteht jedoch darauf, seinen Vetter Markus mitzunehmen. Paulus ist dagegen, da Markus die beiden auf der ersten Missionsreise schon früh verlassen hat. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung, sodass sich die beiden Männer trennen. Barnabas segelt mit Markus nach Zypern. Paulus bereist seine geplante Route durch Kilikien über Derbe nach Lystra gemeinsam mit Silas.

Lystra
Paulus trifft auf den jungen Halbgriechen Timotheus, welcher in der Region einen guten Ruf geniesst, und wählt sich diesen als weiteren Reisegefährten aus. Obwohl kein Erfordernis mehr, lässt Paulus Timotheus beschneiden, um im weiteren Reiseverlauf den Juden vorbehaltslos das Christentum predigen zu können.

Die Gruppe reist durch Phrygien, Galatien und Mysien und bemüht sich mehrmals, bestimmte Ziele, beispielsweise Bithynien am Schwarzen Meer, zu erreichen, was ihr jedoch durch den heiligen Geist verwehrt wird.

Troas
Paulus hat in der Nacht eine Vision, in welcher er aufgefordert wird, nach Mazedonien zu reisen. Paulus ist überzeugt, dass dies ein Auftrag von Gott ist und die Gruppe macht sich umgehend mit dem Segelboot auf den Weg.

Ab diesem Zeitpunkt gehört auch Lukas, der Schreiber der Apostelgeschichte, für einige Zeit zum Reisetrupp, was am Wechsel des Schreibstils von der dritten zur ersten Person Plural ersichtlich ist.

Philippi
In Mazedonien angelangt, trifft Paulus auf Lydia, eine Purpurhändlerin. Sie nimmt den christlichen Glauben an, als erste bekannte Person auf europäischem Boden, und lässt die Reisegruppe bei ihr wohnen.

Paulus treibt aus einem Mädchen einen Dämon aus, welcher dieses zur Wahrsagerei befähigt. Da den Herren des Mädchens nun eine ertragreiche Einkommensquelle entgeht, schleppen sie Paulus und Silas vor die Magistraten der Stadt. Die lassen die beiden mit Ruten schlagen und anschliessend ins Gefängnis werfen.

Am Morgen darauf verlangen die Magistrate die Herausgabe von Paulus und Silas. Diese berufen sich auf ihre Rechte als Römer und klagen die dadurch widerrechtliche Bestrafung des Vortages an. Die Stadtvorsteher begleiten die beiden Männer daraufhin persönlich in die Freiheit hinaus.

Thessaloniki
Die Männer reisen über Amphipolis und Apollonia nach Thessaloniki, wo sie mehrmals in der Synagoge predigen, woraufhin eine grosse Anzahl der Zuhörer den Glauben annehmen, darunter auch prominente Frauen der Stadt.

Juden, die eifersüchtig auf den Erfolg sind, organisieren eine Pöbelrotte und nehmen Jason gefangen, bei welchem sich Paulus und Silas zuvor aufhielten. Diesen schleppen sie, zusammen mit anderen Christen, zu den Stadtvorstehern, wo sie Anklage wegen Volksaufwiegelung und Untreue gegenüber dem Kaiser erheben. Paulus und Silas verlassen die Stadt in der Nacht. Die Stadtvorsteher gehen nicht näher auf die Anklage ein.

Beröa
In Beröa erweisen sich die Juden als freundlicher als die in Thessaloniki und zeigen grosses Interesse an den christlichen Schriften. Wiederum nehmen viele den Glauben an.

Als die Juden in Thessaloniki davon hören, kommen sie nach Beröa, um auch hier die Menge gegen die Christen aufzuwiegeln. Paulus reist ab in Richtung Meer, während Silas und Timotheus noch in der Stadt bleiben.

Athen
Paulus reist mit dem Schiff nach Athen, wo er auf den Rest der Reisegruppe warten will. Er ist entsetzt über das dortige Ausmass des Götzendienstes.

Entsprechend seiner Gewohnheit unterhält er sich in der Synagoge und auf dem Marktplatz mit den Menschen. Dabei trifft er auch auf Epikureer und Stoiker, welche ihn skeptisch belächeln. Sie führen ihn zum Areopag, dem höchsten Rat der Stadt, wo er sich erklären soll.

Korinth
Paulus reist weiter in südliche Richtung nach Korinth, wo er Priscilla und Aquila kennenlernt. Er wohnt bei dem Ehepaar und arbeitet gemeinsam mit den beiden als Zeltmacher. An den Sabbaten predigt er in der Synagoge.

Ephesus
Paulus reist gemeinsam mit Priscilla und Aquila mit dem Schiff durch die Ägäis nach Ephesus. Dort trennen sich das Ehepaar und Paulus. Dieser besucht wiederum die Synagoge, um sich dort mit den Juden zu unterreden. Obwohl ihn diese bitten, zu bleiben, reist Paulus nach kurzer Zeit schon wieder ab.

Paulus legt in Cäsarea an und macht einen Abstecher nach Jerusalem, um die dortige Gemeinde zu besuchen. Dann kehrt er zurück in sein Zuhause in Antiochia.