Ptolemaeus’ Triumph

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Triumph des Titus und des Vespasian (Gemälde von Giulio Pippi)
Zusammen mit Publius Cornelius Dolabella besiegt König Ptolemaeus 23/24 n. Chr. Tacfarinas, der einen Guerillakrieg numidischer und mauretanischer Stämme gegen Rom führt, und wird dafür mit den Triumphalinsignien geehrt. Ptolemaeus ist durch die Römer auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen.

Markus-Evangelium: Alsbald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste. Vierzig Tage blieb er in der Wüste und wurde vom Satan versucht. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Handelt es sich hier wieder um eine dieser Metaphern? Johannes kommt aus der Wüste und kehrt von Zeit zu Zeit wieder in die Wüste zurück. Aber was verbindet Jesus mit der Wüste? Nach Verfahrensweise und Charakter unterscheidet sich Jesus entschieden von Johannes; er tauft selbst nie, und er lebt nicht in der Wüste, sondern in der Gesellschaft der Menschen. Doch welches Körnchen Wahrheit steckt dahinter, dass der Geist ihn hinaus in die Wüste treibt?

Im Neuen Testament wird Jesus vom Teufel in der Wüste in Versuchung geführt: «Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.»

Der deutsche Journalist, Verleger, Publizist und Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Rudolf Augstein, schreibt in seinem Artikel Ein Mensch namens Jesus: «Vieles spricht dagegen, dass es Jesus gegeben hat. Der ganze Jesus kann eine aus mehreren Figuren und Strömungen synthetisch geformte Erscheinung sein, von phantasievollen, hellenistisch gebildeten Juden bewusst oder unbewusst als eine personifizierte Heilserwartung des jüdischen Volkes erfunden. Die meisten seiner Züge, die in den Evangelien beschrieben werden, sind überindividueller Natur und auch vor ihm schon nachweisbar; die ihm zugedachten Eigenschaften entsprachen offenbar intensiven Bedürfnissen seiner Zeit- und Nachzeitgenossen.»

Wie sein Vater ist Ptolemaeus ein treuer Vasall der Römer. Gleichwohl lässt ihn Kaiser Caligula im Jahr 40 n. Chr. während eines Besuchs in Rom ermorden und gibt den Befehl, Mauretanien zu annektieren.

Obwohl er unter Kaiser Tiberius mit den Triumphalinsignien geehrt wird, ahnt Ptolemaeus, was ihn erwarten würde, wenn er seiner Vasallenpflicht nicht nachkommen würde. Es erstaunt deshalb nicht, dass ihn Zweifel plagen, vor allem als der intrigante Kaiser Caligula den Thron besteigt.