Johannes der Täufer

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Johannes der Täufer (Gemälde von Leonardo da Vinci)
Er führt ein asketisches Leben, ernährt sich von Heuschrecken und wildem Honig, predigt im Stil der alten Propheten und tauft die Menschen im Jordan. Er gilt als Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des Messias. Sein Name: Johannes der Täufer.

Nach den Evangelien wird Johannes ins Gefängnis geworfen, kurz nachdem er Jesus getauft hat. Nach Flavius Josephus ist der Grund seiner Inhaftierung, dass Herodes Antipas befürchtet, dass er das Volk zum Aufruhr treibt. Josephus berichtet, dass Herodes Antipas seine Frau verstösst, um die Frau seines Bruders heiraten zu können. Weiter berichtet Josephus aber, dass die verstossene Frau zu ihrem Vater, dem Nabatäerkönig Aretas, flieht, und dass dieser wegen der Schmach seiner Tochter, aber auch wegen Grenzstreitigkeiten einen Krieg mit Herodes anfängt. In diesem Krieg erleidet das Heer des Herodes eine Niederlage, und darin sehen die Juden eine Strafe Gottes für die Hinrichtung Johannes’ des Täufers.

Johannes der Täufer ist eine historische Persönlichkeit. An seinem Beispiel kann man verfolgen, dass die historischen Ereignisse um seine Person und die Ereignisse, die in den Evangelien beschrieben werden, nicht übereinstimmen. Da die Hinrichtung des Johannes unmittelbar vor dem Krieg zwischen Aretas und Herodes Antipas (im Winter 36/37 n. Chr.), aber noch zu Lebzeiten Jesu (vor 30 n. Chr.), erfolgt sein muss, kann man unschwer feststellen, dass die historischen Ereignisse nicht deckungsgleich sind mit den Ereignissen im Neuen Testament. Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich nicht mehr an die Kreuzigung Jesu im Jahr 30 n. Chr. in Jerusalem glaube. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Mord wurde viel später verübt – im Jahr 40 n. Chr. in Rom!