Herodes Antipas

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Der heilige Bartholomäus (Gemälde von Jusepe de Ribera)
Er geht auf Betreiben von Herodias 39 n. Chr. nach Rom, um von Kaiser Caligula den Königstitel zu erhalten, wird jedoch aufgrund von schweren Anklagen, die sein Neffe und Schwager Herodes Agrippa I. gegen ihn vorgebracht hat, nach Lugdunum Convenarum in Südgallien verbannt. Sein Name: Herodes Antipas.

Herodes Antipas ist der zweite Sohn, den Herodes der Grosse mit seiner vierten Ehefrau, der Samaritanerin Malthake, zeugt. Er wird zusammen mit seinem älteren Bruder Archelaos und seinem Halbbruder Philippus in Rom erzogen. Als sein Vater im Jahre 4 v. Chr. stirbt, wird Herodes Antipas als einer der wenigen Söhne, die allen Nachstellungen entgangen sind, Herrscher von Galiläa und Peräa.

Herodes Antipas verliebt sich in seine Schwägerin und Nichte Herodias, die Frau seines Halbbruders Herodes Boethos. Herodias verlässt ihren Mann aus Liebe zu ihm, und Herodes Antipas wiederum verstösst seine erste Frau, die Tochter des nabatäischen Königs Aretas IV. Dieser doppelte Ehebruch erregt bei den Juden Anstoss. Der gekränkte Schwiegervater Aretas bringt ihm in einem Grenzkrieg eine schwere Niederlage bei. Nach biblischer Darstellung hält Johannes der Täufer dem Herodes Antipas den doppelten Ehebruch öffentlich vor, worauf Johannes verhaftet, in die Bergfestung Machärus gebracht und später auf Veranlassung der Herodias enthauptet wird. Der jüdische Historiker Josephus Flavius erwähnt in seinem Bericht über die Hinrichtung Johannes des Täufers allerdings nichts von einer Kritik des Täufers an der Ehe des Herodes mit Herodias. Er nennt vielmehr politische Motive, die Verhinderung einer möglichen Rebellion, für die Verhaftung des Täufers.

Das Lukasevangelium berichtet, dass Pontius Pilatus Jesus zu Herodes Antipas schickt, als er ihn in Gewahrsam hat. Herodes Antipas, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Jerusalem aufhält, ist juristisch zuständig, weil Jesus Galiläer ist. Herodes Antipas freut sich, da er von Jesus ein Wunder sehen will. Als Jesus nicht auf diesen Wunsch eingeht und auch nicht auf die gestellten Fragen antwortet, treibt Herodes Spott mit ihm, indem er ihm ein Prunkgewand überwirft und ihn so zu Pilatus zurückschickt. Die Bibel gibt an, dass Pilatus und Herodes, die früher verfeindet gewesen sind, durch diese Angelegenheit Freunde werden.

Ist Herodes Antipas identisch mit dem Apostel Bartholomäus, der in Kana in Galiläa gelebt haben soll?

Der Legende nach soll Bartholomäus als «Zeuge Christi» in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien das hebräische Matthäusevangelium gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitten haben soll. Astyages, ein Bruder des armenischen Herrschers Polymios, soll den Befehl gegeben haben, ihm bei lebendigem Leibe die Haut abzuziehen und ihn anschliessend kopfunter zu kreuzigen. Andere Quellen berichten von einer Enthauptung des Heiligen.

Nach späteren Legenden sei der Sarg mit seinem Leichnam an der Insel Lipari bei Sizilien angespült worden, wo man ihn auch bestattet habe.

All diese Legenden weisen auf Herodes Antipas hin, der 39 n. Chr. in Rom weilt und der Pontius Pilatus als «Zeuge Christi» helfen kann. Herodes Antipas wird tatsächlich «bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen», als er aufgrund von schweren Anklagen, die sein Neffe und Schwager Herodes Agrippa I. gegen ihn vorgebracht hat, nach Lugdunum Convenarum in Südgallien verbannt wird.