Enthauptung des Täufers

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Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers (Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio)
28/29 oder 31/32 nach Christus

Hinrichtung Johannes des Täufers



ENTHAUPTUNG DES TÄUFERS

Eine Hinrichtung stellt die Auslegung der Evangelien infrage



Markus-Evangelium: Da kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag seinen Fürsten, den Hauptleuten und den Vornehmen Galiläas ein Festmahl gab. Da trat die Tochter eben jener Herodias herein und tanzte und fand das Gefallen des Herodes und seiner Gäste. Der König sagte zu dem Mädchen: «Verlange von mir, was du nur willst, ich will es dir geben.» Ja, er schwur ihr: «Ich will dir geben, was du nur von mir verlangst, sogar mein halbes Königreich.» Da ging sie hinaus und fragte ihre Mutter: «Was soll ich fordern?» Die aber sagte: «Das Haupt Johannes des Täufers.» Sofort ging sie eilends zum König hinein und forderte: «Ich will, dass du mir sogleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers gibst.» Da wurde der König bestürzt. Aber des Eides und der Gäste wegen mochte er sie nicht abweisen. So schickte der König sofort einen Leibwächter hin mit dem Befehl, sein Haupt herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Kerker. Dann brachte er sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter. Als seine Jünger das erfuhren, kamen sie, holten seinen Leichnam und setzten ihn in einem Grabe bei.

Die Hinrichtung des Johannes prägt Jesus. Fortan spricht er oft in Gleichnissen – eine Art Chiffriertechnik, um für die Häscher der Obrigkeit nicht greifbar zu sein. Das Feuer des Widerstands jedenfalls schwelt nun auch in Jesus.

Der deutsche Journalist, Verleger, Publizist und Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Rudolf Augstein, schreibt in seinem Artikel Ein Mensch namens Jesus: «Natürlich ist es nur ein Gag, wenn Theologen Gott für tot erklären. Damit ist immer der alte Gott gemeint. Sie kneten sich ihren Christus zurecht und basteln sich ihren Gott, wie er nach ihrer Meinung beschaffen sein muss, damit er noch irgendwie in die heutige Welt passt und damit sie ihn, wie lädiert auch immer, ins dritte Jahrtausend hinüberretten können.»