Dritte Missionsreise des Paulus

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Paulus im Gefängnis (Gemälde von Rembrandt van Rijn)
um 52 bis 56 nach Christus



MISSION DES PUBLIUS PETRONIUS




Die dritte Missionsreise des Paulus wird in der Bibel beschrieben. Die Reise findet ungefähr in den Jahren 52 bis 56 statt. Ausgangspunkt ist Antiochia bei Pisidien, Endpunkt der Reise ist Jerusalem. Die Reise führt zu einem grossen Teil durch dieselben Gegenden wie die zweite Missionsreise.

Antiochia in Pisidien
Paulus macht sich auf seine nächste Reise zurück nach Ephesus. Dazu wählt er den Landweg durch Galatien und Phrygien, um die noch jungen Christenversammlungen im Glauben zu stärken.

Ephesus
In Ephesus angelangt, trifft Paulus auf zwölf Männer, die sich noch als Nachfolger von Johannes dem Täufer betrachten. Paulus belehrt sie über Jesus Christus, worauf der Heilige Geist über die Männer kommt.

Paulus predigt drei Monate in der lokalen Synagoge. Da er dabei auf Widerstand trifft, verlegt er seine Vorträge in den Hörsaal einer Schule, wo er weitere zwei Jahre predigt, in welcher Zeit sich seine Botschaft in der gesamten Provinz herumspricht.

Demetrius, ein Händler von Devotionalien des Artemis-Tempels, stellt fest, dass ihm nun Einnahmen entgehen, weil die zum Christentum konvertierten Bewohner seine Erzeugnisse nicht mehr kaufen. Er wiegelt die Bewohner auf, welche Gajus und Aristarchus, zwei Gefährten des Paulus, in das Theater schleppen. Dort bricht ein grosses Durcheinander und Geschrei aus. Viele Anwesende wissen gar nicht, was der Grund für den Aufruhr ist. Paulus will selbst auch ins Theater, wird jedoch von den Christen sowie ihm wohlgesinnten Beamten davon abgehalten. Das Volk skandiert zwei Stunden lang «Gross ist die Artemis von Ephesus!», dann löst der Stadtschreiber die Versammlung auf, mit dem Argument, die Veranstaltung könnte den Zorn Roms wecken.

Mazedonien
Paulus reist weiter westlich nach Mazedonien. Er hält sich ungefähr ein Jahr dort auf und wird während dieser Zeit von Titus besucht, der ihm berichtet, dass die Christen in Korinth positiv auf seinen ersten Brief reagiert haben. Als Reaktion schreibt Paulus den 2. Korintherbrief. Darin legt er auch Wert auf das Hilfswerk zu Gunsten der Mangel leidenden Christen in Jerusalem und rühmt die Spendenfreudigkeit der Mazedonier.

Paulus will mit dem Schiff zurück an seinen Ursprungsort in Syrien reisen, vermutlich um die Hilfsgelder an ihren Bestimmungsort zu bringen, doch erfährt er, dass ein Anschlag auf ihn geplant wurde. Er beschliesst daher, statt direkt übers Mittelmeer wiederum durch Mazedonien zurückzukehren.

Troas
In Troas trifft sich Paulus mit seinen Begleitern, welche bereits vorausgereist waren. Paulus hält in der lokalen Gemeinde einen ausgedehnten Vortrag.

Milet
Paulus reist mit dem Schiff eilig an der Ostküste der Ägäis entlang, um möglichst rechtzeitig für das Pfingstfest in Jerusalem zurück zu sein.

Statt in Ephesus einen Halt zu machen, trifft er sich mit den dortigen Ältesten im nahegelegenen Milet. In seiner Abschiedsrede ermahnt er sie, wach zu bleiben und gut zur Versammlung zu schauen, da schon bald «reissende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen» werden. Er fordert sie auf, sein Beispiel nachzuahmen, deutet aber auch an, dass ihn in Jerusalem Unheil erwarten könnte. In einem emotionalen Abschied wird Paulus zurück aufs Schiff begleitet.

Tyrus
Weiterhin in Eile segelt Paulus in zwei verschiedenen Schiffen übers Mittelmeer nach Tyrus. Während das Schiff dort seine Fracht ablädt, besucht Paulus mit seinen Gefährten die lokalen Christen. Vom Heiligen Geist geleitet warnen diese Paulus auch vor bevorstehenden Gefahren für ihn in Jerusalem.

Cäsarea
Über Ptolemais (heute Akkon) gelangt Paulus nach Cäsarea, wo er vom Propheten Agabus aufgesucht wird. Dieser nimmt sich den Gürtel von Paulus, bindet sich damit Füsse und Hände und kündet an, dass Paulus in Jerusalem in Gefangenschaft genommen werde. Lukas und die anderen Gefährten des Paulus ersuchen diesen daraufhin, von der Weiterreise nach Jerusalem abzusehen. Dieser lehnt den Vorschlag entschlossen ab und erklärt: «Ich bin bereit, mich in Jerusalem für den Namen Jesu, des Herrn, fesseln zu lassen und sogar zu sterben.»

Jerusalem
Paulus reist zurück nach Jerusalem und wird von den dortigen Christen freudig in Empfang genommen. Als er sich mit einigen Judenchristen einer zeremoniellen Reinigung im Tempel unterzieht, kommt es zu einem gewalttätigen Aufstand gegen ihn, wodurch Paulus letztlich in römische Gefangenschaft gerät.