… dass alle Welt sich schätzen liesse

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Die Volkszählung zu Bethlehem
Pieter der Jüngere setzte auch Zeichnungen und Stiche seines Vaters in Ölgemälde um. Diese Kopien, beziehungsweise auch mehr oder weniger abweichende Imitationen aus dem Atelier Pieter Brueghels des Jüngeren, entsprachen der starken Nachfrage nach den Werken Pieters des Älteren. Es sind 13 Kopien der "Volkszählung zu Bethlehem" bekannt.
Eine «Schätzung», also eine reichsweite Steuererhebung der Römer in Palästina, gab es erst 74/75 nach Christus!

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen liesse, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heisst Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen liesse mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“

Der deutsche Journalist, Verleger, Publizist und Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Rudolf Augstein, schreibt in seinem Artikel Ein Mensch namens Jesus: «Auf die vagen Angaben in den Evangelien ist kein Verlass. Jesus muss nicht "zur Zeit des Königs Herodes" geboren sein, weil es bei Matthäus so steht, und auch nicht "zu der Zeit, als ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt sich schätzen liesse", weil es bei Lukas so steht. Herodes regierte von 37 bis 4 vor Christus. Eine "Schätzung", also eine reichsweite Steuererhebung, gab es erst 74/75 nach Christus.»

«Wahrscheinlich übertrug der Evangelist diese Erfahrung auf einen lokalen Zensus», so Gerd Theissen und Annette Merz in ihrem Lehrbuch Der historische Jesus.

Justinus der Märtyrer, einer der ersten christlichen Historiker und Verteidiger schreibt: «Wenn wir sagen, dass er, Jesus Christus, unser Lehrer, ohne sexuelle Vereinigung produziert wurde, gekreuzigt wurde, starb und wiedererstand und in den Himmel gesandt wurde, dann liegt uns nichts anderes vor, als was uns von den Söhnen des Jupiters angenommen wird.»

In einem anderen Text schreibt Justinus: «Er war durch eine Jungfrau geboren, nimmt dies an in Gemeinsamkeit mit Persius.»

Es ist offensichtlich, dass Justinus der Märtyrer und andere Christen wissen, wie ähnlich das Christentum den heidnischen Religionen ist.